Zwischen Schifferstadt und Neustadt an der Weinstrasse durch den Wald
Eine herrliche Rad-Runde fast komplett durch den weitgehend ebenen Mischwald südlich von Haßloch. Entlang von Rehbach und Speyerbach passiert man Kiefernwald, Laubwald und etliche Bewässerungsgräben. Ohne große Anstrengung und oft auf breiten Forststrassen vergehen die Kilometer im Flug.
Der Speyerer Wald zwischen Speyer und Neustadt a.d.W. ist nicht nur einfach ein Wald, sondern das größte zusammenhängende Waldstücke in der Rheinebene unterhalb der Haardt. Rund um Haßloch durchziehen die sandig-lehmige Schwemmfläche des Speyerbachs zahlreiche historische Gräben die Wald- und Wiesenflächen. Der Speyerbach, der bei der „Winzinger Wassergescheid“ in Neustadt in Speyerbach und Rehbach aufgeteilt wird, sind die Hauptwasserversorgung für dieses weitläufige Gebiet, das von zahlreichen Wanderwegen erschlossen wird. Der Wald bildet ein eigenes, kühlendes Mikroklima und die bis weit in den Sommer hinein vorhandene Bodenfeuchte erlaubt zahlreichen Pflanzen und Tieren ein Auskommen, das in der umgebenden Kulturlandschaft nur noch in kleinen Baum- und Buschgruppen zu finden ist. Eine Besonderheit sind die Binnendünen. Am Ende der letzten Eiszeit wurde feiner Sand aus dem Rheingraben angeweht und bildete im Wald markante Erhebungen.
Besonders im Frühjahr sind die Gräben und Bächlein noch mit Wasser gefüllt und der Laubwaldbestand filtert das Sonnenlicht, bis fast nur noch die Farbe Grün vorherrscht.
Die Rundfahrt startet am Ortsrand von Schifferstadt, führt über die A61 und nach Böhl-Iggelheim hinein. Danach verschwindet der Weg ab zunächst vollständig im Wald und folgt dem Lauf des Rehbachs. Der vor Jahrhunderten künstlich angelegte Bach diente früher der Versorgung der Mühlen in Haßloch, heute ist er die immer wieder erreichbare Möglichkeit, im Hochsommer die Füße abzukühlen.
Am Rand von Haßloch kommt man an der Obermühle vorbei – auch sie ein Relikt aus früheren Zeiten. Kurz danach trifft man auf den 2022 renaturierten Teil des Rehbachs. Mit recht großem Aufwand wurde hier das Bachbett verbreitert und naturnah umgestaltet. Bis das in Gänze gelungen sein wird, werden noch etliche Jahre vergehen müssen, aber die ersten Bäumchen und Buschhecken sind erkennbar. Eingerahmt vom lichten Kiefernwald verläuft die Wasserader in einem Bogen bis zum Haßlocher Industriegebiet. Am Waldrand entlang mit weiten Wiesen zur Rechten verläuft der breite Waldweg bis zur A65. Kurz nach der Unterquerung erreicht man den Soldatenweiher im Neustadter Ordenswald. Er entstand 1936/37 als Folge des nahegelegen aufgebauten Schießstand. Die als Kugelfang genutzten Erdwälle wurden mittels Material aus dem heute sichtbaren See aufgeworfen.
Hier dreht sich die Fahrrichtung um und es geht auf den Rückweg. Nun folgt man dem breiteren Speyerbach, unterquert die A65 erneut und kommt nach der Umrundung von Lachen-Speyerdorf wieder zurück an den breit dahin fließenden Bach.
An einer ehemaligen Raketenstation aus dem Kalten Krieg, wo heute Kühe und Wasserbüffel die Fläche frei halten, verlässt die Runde den Speyerbach und taucht tiefer in den Wald ein. Auf der Weiterfahrt geht es immer wieder einmal entlang verschiedener Gräben, die im Hochsommer eher ausgetrocknet sind. Zuletzt entlang des Rentschgrabens erreicht man wieder die Autobahn bei Schifferstadt. Zwei Kilometer weiter ist man dann zurück am Ausgangspunkt und hat 40 km herrliche Fahrstrecke durch Wald hinter sich.
Durch die zahlreichen breiten Fahrwege kann man die Runde durch den Wald in Haßloch auch komplett ohne schmale Pfade radeln, verpasst dann aber den einen oder anderen Bachabschnitt.
