Vo Bingen zum Salzkopf hinauf und durch das Morgenbachtal wieder hinab zum Rhein

Die Rundfahrt ist durch die Länge des Anstiegs durchaus etwas herausfordernd, bietet aber sehr viele Abwechslungen. Die Abfahrt durch das Morgenbachtal ist ein wunderschöner Abschnitt.

Der Start ist am Friedhof von Weiler bei Bingen, oberhalb des Rheintals. Von hier aus geht es sogleich hinaus Richtung Waldalgesheim. Der Radweg führt bis zum Ortseingang und wechselt dann zu den Teichen im Bergsenkungsgebiet Amalienhöhe. Die intensiven Bergwerksaktivitäten der Grube Amalienhöhe (ehemaliges Mangan- und Dolomitbergwerk) haben hier zu vorhersehbaren Bodensenkungen geführt, die heute ein sehr schönes Naherholungsgebiet ergeben.

Nachdem man Waldalgesheim verlassen hat, geht es auf breiten Forststrassen bergauf. Sie wurden für Schwertransporte ausgebaut, um insgesamt 10 große Windkraftanlagen im Hang unterhalb des Gebirgskamms zu errichten. Aus diesem Grund steigt der Weg kontinuierlich, aber moderat an.

Schließlich erreicht man die Zufahrt zur Lauschhütte, einem beliebten Ausflugsziel der Binger im Sommer wie im Winter (früher für Skifahren, Langlauf). Der Klettergarten wie der Biergarten laden Gäste zum Verweilen ein.

Nur 800 Meter weiter und etwas höher liegt der Gipfel des Salzkopfs, des höchsten Berges am Mittelrhein. Der 24 Meter hohe Holzturm auf dem 628 m hohen Salzkopf ist leider seit 2024 gesperrt: es fehlt das Geld für eine Sanierung.

Die Abfahrt bergab erfolgt zunächst auf der schmalen Strasse Richtung Bingen mit genial glatter Oberfläche. Knapp unter 70 km/h bremsen wir lieber ab – die Mountainbikes sind keine Rennräder.

Deswegen dann auch der Abstecher zum Morgenbach, der im Hang des Salzkopfs entspringt und uns nun bis zum Rhein hinab begleiten wird. Der schöne Wanderweg führt zunächst zu der Zufahrt zum Gasthaus „Forsthaus Jägershof“. Danach ist man dann endgültig im Morgenbachtal. Die einst durchgehende, breite Forststrasse im felsendurchzogenen Tal ist nicht mehr in voller Breite erhalten, weswegen nur Wanderer und Radfahrer sich den befestigten Weg entlang des Baches teilen. Tief eingeschnitten in die steilen Wände entlang des Mittelrheintals sieht man allenthalben den Felsuntergrund – eine wirklich herrliche Mischung aus Wasser, einem herrlich schattigen Wald und einer Felslandschaft mit viel Geschichte.

An der beeindruckenden Burg Hohneck über Niederheimbach erreicht man schließlich den Rhein. Hier beginnt ein ebenfalls schöner Abschnitt, denn nun geht es abseits der Strasse direkt am Ufer des Rheins auf dem Rheinradweg (Teil des EuroVerlo 15 mit insg. 1450 Kilometer; https://de.eurovelo.com/ev15) entlang. Nach rund 12 Kilometern heißt es in Bingen, vom Rheinufer an das Ufer der Nahe zu wechseln. Herrlich spiegeln sich die gegenüberliegenden Häuser in der, hier breit und träge, entlang fließenden Nahe.

Kurz danach geht es wieder bergauf. Dem „Historischen Römerweg“ zu folgen bedeutet ein schmaler, steiniger Pfad relativ steil bergauf zu fahren. Direkt auf der anderen Seite des schmalen Baches leitet ein wesentlich bequemerer Weg bergauf zurück nach Weiler bei Bingen. Damit schließt sich die Runde, die mit 45 Kilometern und 570 Höhenmetern recht anspruchsvoll ist.